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Hepbacher-Leimbacher Ried





Stand Dezember 2005

Einmessen der Messwehre
Einmessen der Messwehre

 

Hydrologisches Gutachten

Zur Regeneration des Niedermoorkomplexes „Hepbacher-Leimbacher-Ried“ ist die Anhebung des Grundwasserspiegels wesentlicher Bestandteil des Projekts. Mit den damit zusammenhängenden Fragestellungen wurde ein Fachbüro beauftragt.

 

Das Gutachten soll folgende Kernpunkte beantworten:

  • max. Ausmaß von Grundwasseranhebung ohne Auswirkungen auf Straßenkörper
  • Darstellung grundsätzlicher Erkenntnisse der Hydrogeologie des Gebietes
  • Maßnahmen zur Erzielung flurnaher Grundwasserstände
  • Prognose der Auswirkungen dieser Maßnahmen, räumliche Ausdehnung
  • technische Ausführung von Staueinrichtungen in Gräben

Zur Ermittlung der Schichtenfolge im Untergrund wurden sechs Erkundungsbohrungen abgeteuft und zu Messpegeln ausgebaut. Diese und weitere 4 Lattenpegel sowie 3 Messwehre liefern Daten über Grundwasserstände sowie die oberflächlichen Abflüsse.

 

Lage und Höhe dieser Messeinrichtungen wurden mit GPS eingemessen.

 

 



Oberbodenabtrag

Auf intensivierten Feuchtstandorten wurden durch 15 cm Bodenabtrag die Voraussetzungen zur Entwicklung der Zielgesellschaft Pfeifengrasstreuwiese geschaffen. Die Grasnarbe und oberste Bodenschicht wurde auf 7500 m² abgeschält und 1200 m³ Aushub abgefahren.

 

Mit Entnahme der produktiven Bodenschicht erfolgt ein starker Nährstoffentzug und der Grundwasserabstand wird verringert. Die Standorte werden somit nährstoffärmer und feuchter, was den Wachstumsbedingungen der Streuwiesen entspricht.

 

Zur Initialbesiedelung wurden streifenförmige Teilflächen anschließend mit Mähgut von artenreichen Spenderflächen abgedeckt. Dabei werden einerseits Diasporen der Zielvegetation übertragen, andererseits führt die Mulchschicht durch Ausgleich von Feuchte und Temperatur zu besseren Keimbedingungen.

 

Von besonderem Interesse ist deshalb der Vergleich der Artenentwicklung zwischen Selbstbegrünung und Mulchsaat.

 

Abtrag mit Raupenbagger
Abtrag mit Raupenbagger
Mahd der Spenderfläche
Mahd der Spenderfläche
partielle Mulchsaat auf Abtragsfläche
partielle Mulchsaat auf Abtragsfläche


Untersuchung Kampfmittelreste

Durch die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg der damaligen Bahntrasse am Rand des Riedes ist auch heute noch mit Blindgängern im Projektgebiet zu rechnen. Bei allen Vorhaben, die mit einem Eingriff in den Boden verbunden sind, werden zuvor Überprüfungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst erforderlich. Wenn die Luftbildauswertung Einschläge im Umfeld zeigt, wird der Bereich im Gelände mit empfindlichen Detektoren abgesucht.

 

 

 

 



Monitoring Vegetation

Im Rahmen des Projektes werden verschiedene Methoden zur Wiederherstellung von Pfeifengraswiesen bzw. Flachlandmähwiesen miteinander verglichen. Der Abtrag von Oberboden verspricht großen Erfolg, ist aber auch eine sehr aufwändige Methode. Dem gegenüber gestellt werden Varianten, bei denen zur Schaffung von Keimnischen lediglich die Grasnarbe mechanisch verletzt wird. Unbeeinflusste Flächen mit gleichem Standortpotential dienen als Kontrollflächen.

 

Tabelle Versuchsansatz:

Ziel Pfeifengraswiese

Ziel Flachland-Mähwiese

Oberbodenabtrag

Narbenverletzung

Kontrolle

Narbenverletzung

Kontrolle

Mulchsaat

ohne Ansaat

Mulchsaat

ohne Ansaat

0-Fläche

Mulchsaat

ohne Ansaat

0-Fläche

 

Für die acht Versuchsvarianten wurden jeweils zwei Dauerquadrate mit je 5x5 Meter eingerichtet und von einem Vermessungsbüro mit GPS eingemessen und vermarkt.

 

Die regelmäßige Kartierung und Auswertung der Versuchsflächen wurde an einen Diplom-Biologen vergeben.



Harvester im Einsatz
Harvester im Einsatz

Umwandlung Fichtenforst

Eine kleine, nicht standortgerechte Fichtenaufforstung wird in eine Flachland-Mähwiese umgewandelt. Die Fichten wurden bereits mit einem Harvester aufgearbeitet und abtransportiert. Nach dem Fräsen der Stöcke erfolgt auch hier im Frühjahr 2006 eine Samenübertragung aus der benachbarten Mähwiese mittels Mulchsaat.



Grunderwerb

Zur Durchführung der o.a Maßnahmen mussten zuvor die entsprechenden Grundstücke vom Landkreis erworben werden.




Stand September 2005

Erfolgreiche Vorgespräche für einen Grunderwerb in Oberteuringen. Hier soll bei einer ehemaligen Feuchtwiese der nährstoffhaltige Oberboden (einige Zentimeter Grasnarbe) abgetragen werden, um den früheren Charakter der wertvollen Feuchtwiese wieder herzustellen.

 

Die Ausschreibung für den Abtrag ist bereits erfolgt und das vegetationskundliche Gutachten, mit dem der Erfolg der Maßnahme geprüft wird, wurde vergeben. Das für diese Maßnahme notwendige hydrogeologische Gutachten ist ebenfalls vergeben.

 

 



Vorhaben

Blick auf das Hepacher Ried
Blick auf das Hepacher Ried

Im Hepbacher-Leimbacher Ried werden ehemalige Streuwiesen entbuscht um den Streuwiesen-Nasswiesen-Komplex für gefährdete Vogel- und Schmetterlingsarten zu vergrößern und neue Vernetzungsachsen für Kleintiere zu schaffen. Für den Erhalt und die Regeneration von Streuwiesen ist ein ganzjährig hoher Grundwasserstand erforderlich. Mit Hilfe eines hydrologischen Gutachtens werden im Hepbacher-Leimbacher Ried die Grundwasserstände erfasst und durch regulierbare Stauanlagen eine differenzierte Anhebung des Grundwasserstandes vorgenommen. Es wird darauf geachtet, dass außerhalb der Projektflächen die ordnungsgemäße Landwirtschaft gewährleistet bleibt.

 

Im Hepbacher-Leimbacher Ried wird außerdem ein Modellversuch durchgeführt - Entwicklung von Pfeifengrasstreuwiesen durch Oberbodenabtrag bzw. Narbenverletzung. Auf einer Probefläche von insgesamt 2 Hektar Grünland wird der Boden kleinflächig und standörtlich verschieden in einer Stärke von ca. 10 cm abgetragen (insgesamt 0,5 ha). Das anfallende Material wird durch Ausbringen auf Ackerflächen landwirtschaftlich verwertet. Parallel dazu wird auf einer weiteren Probefläche mit Intensivgrünland die Grasnarbe streifenförmig verletzt. Anschließend wird durch Heublumenansaat aus geeigneten Pfeifengrasstreuwiesen des Hepbacher-Leimbacher Rieds die Zielvegetation initiiert. Begeleitend erfolgt die Anhebung des Grundwasserstandes. Die Maßnahmen werden durch Monitoring begleitet. Es sollen Verfahren erprobt werden, die die Steuwiesenentwicklung auf Wirtschaftsgrünland gegenüber der bloßen Änderung des Mahdregimes beschleunigen.

 

Infotafeln im Hepbacher-Leimbacher Ried werden die Bevölkerung über den Sinn der Nutzen der Maßnahmen für den Naturschutz informieren.




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